Gilbert Heijens 2026

Richtig auf Veränderungen reagieren ist der Schlüssel zum Erfolg

Fusarium, Viren, vordringende Insekten, trockenere und wärmere Sommer - die Liste der Herausforderungen im Gewächshausanbau wird nicht kürzer. Das muss jedoch keine schlechte Nachricht sein: Wer gut darauf zu reagieren weiß, erntet gerade dadurch die Früchte. Der Gewächshausanbau ist eine wunderbare, innovative Branche. In den letzten Jahren hat sich vieles verändert, und die Herausforderungen folgten in hohem Tempo aufeinander.

Zunehmender Krankheitsdruck

Man denke an (Wurzel-)Fusarium bei Tomaten in der Vergangenheit, wobei Veredelung zunehmend die Antwort bot, aber auch Corynebacterium und Verticillium, was eine Herausforderung war. Bei Paprika sehen wir Stängelfusarium und "Elefantenfüße", und in den letzten Jahren zunehmend mehr Probleme mit Wurzelfusarium. Auch Viren haben uns zugesetzt, wie Gurkenmosaikvirus, Pepino-Mosaikvirus (PepMV), TSWV und ToBRFV.

Mehr Druck durch Insekten

Insekten spielen eine immer größere Rolle. Neben bekannten Arten wie Thripse, Weiße Fliege (Bemisia), Blattläuse, Tuta, Gallmilben und Raupen dringen neue Arten schnell vor: Nesidiocoris, Nezara, die Braune Marmorierte Stinkwanze, neue Blattlausarten und neue Thripsarten.

Innovation als Antwort

Zum Glück ist der Gewächshausanbau von Natur aus innovativ. Wo die Installation einer Anbaurinne einst schon eine Herausforderung war, um einem schlechten Wurzelprofil entgegenzuwirken, ist dies inzwischen Standard geworden - ebenso wie Full-LED-Beleuchtung es zunehmend wird. Jeder Anbauer passt sein Gewächshaus immer spezifischer an die dort bestehenden Herausforderungen an, wodurch sich Gewächshäuser untereinander immer stärker unterscheiden. Man denke an Insektenschutznetze, Feuchtigkeitssteuerung durch Vernebelung, doppelte Schirme und die Desinfektion des gesamten Abwassers einschließlich Regenwasser.

Fruchtwechsel und Klima

Wir sehen auch vorübergehende Kulturwechsel, wie den Hochdraht-Anbau von Gurken anstelle von Tomaten. Die aktuellste Herausforderung ist jedoch der Umgang mit niedriger Luftfeuchtigkeit in Kombination mit höheren Temperaturen. Die Tagesdurchschnittstemperaturen steigen schon seit Jahren. Nordeuropa hat noch den Vorteil kühlerer Nächte als der Süden, und auch entlang der Küste bleiben die Nachttemperaturen kühler als im Landesinneren.

Vier Reaktionen auf Hitze

Auf die hohen Temperaturen wird sehr unterschiedlich reagiert. Es gibt im Grunde vier Optionen: Kalken, Kalken in Kombination mit Vernebelung, Schirmen oder nichts tun. Allgemein lautet die Schlussfolgerung, dass Nichtstun die schlechteste Wahl ist - gerade gestresste Kulturen profitieren von etwas Hilfe und ziehen daraus den größten Nutzen. Schirm und Kalk kosten natürlich Licht, aber in dieser Periode ist in der Regel mehr als genug Licht vorhanden. In Ländern, in denen hohe Tagesdurchschnittstemperaturen im Sommer schon länger die Norm sind, wird zunehmend standardmäßig vernebelt und gekalkt - manchmal sogar in doppelten Schichten. Indem man dabei vor allem die windzugewandte Seite abklemmt, bleibt die Feuchtigkeit drinnen, und die Kühlwirkung der Kultur sorgt für eine niedrigere Temperatur als draußen.

Sommerschirm und Drohnen

Auch der Sommerschirm gewinnt an Bedeutung. Dieser Schirm kann sich bei hoher Einstrahlung vollständig schließen - manchmal mit einem kleinen Spalt - und öffnet sich problemlos wieder, sobald es dunkler wird. Auch das Interesse am Kalken mit einer Drohne nimmt zu, um schnell auf wechselnde Wettervorhersagen reagieren zu können.

Fazit

Es wird also sehr unterschiedlich auf die Herausforderungen von heute reagiert. Natürlich spielen auch andere Themen eine Rolle, wie Energie und Arbeitskräfte. Klar ist: Wer die Herausforderungen am besten beherrscht, ist der Gewinner bei Qualität und Ertrag - und letztlich beim Rendite. Als Berater sind wir dabei zunehmend ein Sparringpartner, um gemeinsam mit dem Anbauer auf all diese Herausforderungen eine passende Antwort zu finden.

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